Kommentar zu folgenden „Freie Presse Zschopau“ Artikeln vom 30.11.2009:

Unbekannte sprühen Graffito

Zschopau. Angehörige der Sächsischen Sicherheitswacht haben am Sonnabendvormittag während einer Streife festfestgestellt, dass an einem Brückenpfeiler an der Scharfensteiner Straße in Zschopau ein etwa zehn Meter langes Graffito neu gesprayt worden ist. Wie hoch der finanzielle Aufwand zur Entfernung des gegen Nazis gerichtete Schriftzuges sein wird, ist derzeit noch nicht bekannt, so die Polizei.(bz)“ 1

Naziparolen an Fassade und Tür

Zschopau. Unbekannte haben in der Nacht zu Sonnabend an die Fassade und Eingangstür einer gastronomischen Einrichtung in Zschopau Naziparolen und –symbole gesprüht. Deren Beseitigung wird etwa 200€ kosten. Die Polizei ermittelt wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.(bz)“2
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Beim Lesen dieser beiden Artikel fühlten wir uns als Emanzipatorischer Progress Mittleres Erzgebirge dazu verpflichtet, Kritik an der Berichterstattung der Freien Presse zu üben.(Rechtschreibefehler wurden außen vor gelassen)

Zuerst werden wir uns mit dem unteren Artikel befassen. Hier wird völlig vernachlässigt, dass es sich bei der geschädigten Einrichtung um eine Pizzeria handelt, welche wenige Tage vor dem Anschlag von Migranten eröffnet wurde. Diese Tatsache darf unter dem Gesichtspunkt einer nazistischen Gewalttat nicht außer Acht gelassen werden, denn hierbei handelt es sich nicht um Vandalismus, sondern um politisch motivierte Diskriminierung von MigrantInnen. Diese Verharmlosung rechter Gewalt ist auch nicht mit einer irregulären Einzelerscheinung solcher Vorfälle zu entschuldigen, da beispielsweise schon am 21. Mai 2009 ein Döner-Imbiss in Zschopau von Neonazis überfallen wurde. Weiterhin ist zu sagen, dass der Schaden auf eine materielle Ungunst beschränkt wird. Dadurch werden mentale Folgen einer solchen Ausländerfeindlichkeit und das Problem dieser menschenverachtenden Haltung(vor allem im regionalen Bereich) an sich verdrängt.

Anschließend muss an dieser Stelle bemerkt werden, dass direkt oberhalb des gerade beschriebenen Artikels von einer „Gegen-Nazis“ – Sprüherei gesprochen wird, die – wie uns zugetragen wurde – schon seit 2 Monaten(!!!) existiert. Hierbei sollen keine Unterstellungen über Absicht bzw. Zufall dieser Anordnung getätigt werden, doch der Effekt ist kritisch zu beleuchten, denn durch diese Gegenüberstellung von antifaschistischer und faschistischer Aktion erfolgt eine Relativierung und die völlige Vernachlässigung der politischen Hintergründe. Somit erscheint die rassistische Sprüherei an der Pizzeria fast schon als gerechtfertigte Reaktion auf die antifaschistische Aktion. Dies ist schlicht und einfach falsch.

Wir fordern hiermit eine wahrheitsgetreue, differenzierte, chronologisch korrekte und gründliche Berichterstattung.
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EmanzipatorischerProgressMittleresErzgebirge – [ http://epme.blogsport.de/ ] / [ epme@riseup.net ]

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2 Antworten auf „Kommentar zu folgenden „Freie Presse Zschopau“ Artikeln vom 30.11.2009:“


  1. 1 Kritik 18. Dezember 2009 um 19:37 Uhr

    „…,denn durch diese Gegenüberstellung von antifaschistischer und faschistischer Aktion erfolgt eine Relativierung und die völlige Vernachlässigung der politischen Hintergründe. Somit erscheint die rassistische Sprüherei an der Pizzeria fast schon als gerechtfertigte Reaktion auf die antifaschistische Aktion. Dies ist schlicht und einfach falsch.“

    Fakt ist, das beides Sachbeschädingung ist, und somit eine Straftat darstellt. Die eine Straftat, richtete sich gegen Ausländer und die andere gegen Inländer!

    Und jetzt streitet euch, was von beiden schlimmer ist…

  2. 2 epme 12. Januar 2010 um 15:39 Uhr

    die eine straftat richtet sich gegen nazis und die andere gegen menschen einer anderen nation. so ist das richtig.

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